Zusammenfassung der Analyse von Luke Seemann

Keys to Secret Drawers: The Clipper Chip and Key Escrow Encryption




In seinem Essay "Keys to Secret Drawers: The Clipper Chip and Key Escrow Encryption" beschreibt Luke Seemann zunächst, warum die Verschlüsselung von Kommunikation überhaupt notwendig ist. Er erklärt, auf welche Weise sowohl die Industrie als auch der einzelne Bürger durch illegales Abhören von Telefongesprächen bedroht sind, und stellt die Kryptographie als Lösung für dieses Problem heraus.

Seemann gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte der Kryptographie und beschreibt die Einflußnahme der NSA auf die neuere Entwicklung. Es folgt eine kurze Beschreibung der Arbeitsweise des Clipper-Chips und dessen eingebauter Abhörmöglichkeiten.

Anschließend legt Seemann die Argumente der Befürworter und Gegner des Clipper-Chips dar. Dabei konzentriert er sich hauptsächlich auf die Frage, ob der Chip den beabsichtigten Nutzen für die Kriminalitätsbekämpfung hat.

Die Problematiken der Auswirkungen auf die amerikanische Industrie und der nicht gerade vertrauenserweckenden Geheimhaltung des SKIPJACK-Algorithmus werden ebenfalls kurz behandelt. Seemann erwähnt auch die Diskussion über den möglichen Eingriff in die Privatsphäre des einzelnen Bürgers, sieht jedoch ein derartiges Problem als zum heutigen Zeitpunkt nicht gegeben an, da das Genehmigungsverfahren für das Abhören seiner Ansicht nach durch das key escrow System eher noch erschwert wird. Er zeigt großes Vertrauen in die zuständigen Regierungsstellen und sieht eine Gefahr lediglich bei einer grundlegenden Änderung der politischen Situation.

Seemann kommt zu dem Schluß, daß die Clipper-Initiative der Regierung zwar verbesserungsbedürftig ist, aber trotzdem in veränderter Form fortgeführt werden sollte. Er fordert die Abschaffung des key escrow Systems, aber die Beibehaltung des Verschlüsselungsalgorithmus. Dadurch sieht er für die Zukunft die allgemeine Verfügbarkeit von Verschlüsselung für alle Bürger gewährleistet. (Dabei übersieht er allerdings, daß in diesem Fall der Clipper-Chip seines eigentlichen Zweckes beraubt würde und dann nur eines von vielen Kryptographie-Produkten wäre, das noch dazu relativ unpraktikabel - weil Hardware-basiert - wäre.)

Seemann hält es allerdings für wahrscheinlich, daß an der Idee des key escrow festgehalten wird. Für diesen Fall fordert er die Aufhebung der Geheimhaltung des SKIPJACK-Algorithmus, eine Verteilung der Treuhandstellen zwischen der Exekutive und den anderen zwei Staatsgewalten und die Einbeziehung einer dritten, nichtstaatlichen Treuhandorganisation.

Er kommt zu dem Schluß, daß die Regierung aufgrund der Ablehnung durch Industrie und Bevölkerung zu Änderungen ihrer Clipper-Chip-Pläne gezwungen sein wird. Lediglich die Einführung eines gesetzlichen Zwanges zur Benutzung des Chips könnte seiner Ansicht nach die Beibehaltung des derzeitigen Entwurfes ermöglichen. Für diesen Fall erwartet Seemann eine neue Runde der landesweiten Diskussion.

Luke Seemann: Keys to Secret Drawers: The Clipper Chip and Key Escrow Encryption



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